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long time no see…

Hallo Leute,

bestimmt hat sich der eine oder die andere in letzter Zeit gefragt, warum es so still um meinen Blog gewesen ist und warum der letzte Post mittlerweile schon vier Monate zurückliegt. Auch wenn mich diesbezüglich niemand wirklich angesprochen hat, erkenne ich nichtsdestotrotz an der Besucherzahl, die in den letzten Wochen doch rapide gesunken ist, dass ihr Leser meine dauerhafte Abwesenhaft zur Kenntnis genommen habt und das Interesse abgenommen hat. Nun, bevor ich euch mit irgendwelchen Ausreden langweile, möchte ich mich bei euch, meiner Leserschaft, entschuldigen!

Andererseits (Achtung: Ausrede!) war ich in den letzten Wochen und Monaten dermaßen gestresst und beschäftigt wie noch nie, sodass ich nicht zum Schreiben kam. Das Spektrum der Dinge, derentwegen ich mir (zum Teil auch unnötig) Stress und Gedanken gemacht habe, reichte von A wie Abi bis hin zu W wie Wehrdienst (Ja, bei mir hört das Alphabet dort auf ;) ). Hinzu kommt, dass es mir seit dem Abi, aber auch schon davor, gesundheitlich nicht gut geht…

Aber soviel dazu. Ich möchte euch als nächstes einmal darüber informieren, was sich denn bei mir in letzter Zeit Positives getan hat. Und da hat sich einiges getan: Zunächst habe ich mit meinem Abitur meine eigenen Erwartungen übertroffen, worüber ich mich natürlich sehr, sehr, sehr gefreut habe. Hinzu kommt, dass ich und eine Mitschülerin gebeten wurden auf unserer Abientlassung die Schülerrede zu halten, was mich einerseits persönlich sehr berührt hat und mir natürlich außerordentlich viel Spaß bereitet hat. Außerdem wurde ich nachträglich ausgemustert (Hurray!!). Eigentlich war vorgesehen, dass ich vom Juli 2010 bis Dezember 2010 meinen Grundwehrdienst ableisten würde. Als ich am 01. Juli aber meinen Wehrdienst antrat, wurde ich erneut gemustert und für wehrdienstuntauglich erklärt! Jetzt bin ich Gott sei Dank befreit von der doofen Bundeswehr und kann mein Medizinstudium mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits dieses Jahr aufnhemen.

Außerdem wird mein Blog etwas umsturktureirt. Ich werde mich nämlich nicht wie bislang auf spezifisch politische, bzw. islamische Themen beschränken, sondern auch über ganz andere Sachen schreiben (Ihr werdet schon sehen, was ich meine ;) ).

Naja, bis zum nächsten Post wünsche ich euch erstmal alles Gute!

Patrik ist das Volk!

Hallo Leute!

Patrik ist Europäer. Dessen ist er sich bewusst. Darüber ist er froh. Darauf ist er stolz. Sein Vorbild ist Amerika und seine Liebe gilt dem Rechtsstaat. Er ist Christ, predigt Liebe und liebt vorbildlich die abendländische Kultur. Letzteres sieht er durch den Islam gefährdet. Daher möchte er Islamisierung und Überfremdung stoppen. Wenn nötig, dann auch mit einem Zaun. Oder einem Kreuzzug. Patrik ist aber nicht nur besorgt. Er ist weiß. Er hat ein Doppelkinn und sieht nicht sehr attraktiv aus. Er ist sehr pummelig und klingt super langweilig. Der typische Deutsche, könnte man meinen! Falsch gelegen: Patrik ist Schwede. Auf einen solchen Vertreter der deutschen Nation hat das deutsche Volk doch gewartet! Jedenfalls glaubt Patrik das…

[...] Vor 200 Jahren hat Europa noch die Welt geprägt – heute sollen wir uns dafür entschuldigen. [...]

[...]Wenn sich die Muslime in Deutschland taufen lassen und zum Christentum konvertieren, dann haben sie eine wesentliche Voraussetzung zur Integration geschaffen. [...]

Muss man da noch etwas sagen? …

Hallo Leute,

für mich ist das schriftliche Abitur nun endlich vorbei. Heute habe ich meine letzte Klausur geschrieben! Ich bin einfach nur froh, dass es so gut gelaufen ist, und hoffe, dass auch alle anderen heil davon gekommen sind :) . Mit diesem Artikel melde ich mich also offiziell zurück und verspreche, dass ganz bald neue Artikel gepostet werden ;) .

Grüße Ömer

Hallo Leute,

da in ungefähr zwei Wochen die ersten Abiturienten (darunter ich) ihre erste schriftliche Prüfung schreiben werden und mit dem morgigen Tag sozusagen der Endspurt beginnt, möchte ich an dieser Stelle uns allen Prüflingen viel Erfolg und Glück wünschen! Machen wir das beste draus :) !

Grüße Ömer

Hallo Leute!

Wie viele vielleicht wissen, ist der Koran das heilige Buch der Muslime. Das arabische Wort „Qur’ an“ bedeutet jedoch soviel wie „Rezitation“ oder „Vortrag“, was den einen oder anderen nun überraschen mag, da der Koran im Allgemeinen doch eher als „Buch“, bzw. „Text“ verstanden wird. Diese Vorstellung wird dem, was den Koran im Großen und Ganzen aber ausmacht, leider überhaupt nicht gerecht, weswegen ich mich nun entschloss euch die andere Seite des Korans, nämlich die seiner Rezitation etwas näher zu bringen.

Der Koran und seine Entstehung

Der Koran ist das am besten erhaltene Buch der Spätantike und selbst unter Orientalisten und nicht-muslimischen Islamwissenschaftlern besteht der Konsens, dass der Koran absolut authentisch ist. Der Philologe und Islamwissenschaftler Rudi Paret sagte in diesem Zusammenhang:

Wir haben keinen Grund anzunehmen, daß auch nur ein einziger Vers im ganzen Koran nicht von Mohammed selber stammen würde.

Für Muslime ist der Koran das in arabischer Sprache gekleidete Wort Gottes, das dem Propheten Muhammad erstmals im Jahre 610 n. Chr. (im späten Alter von 40 Jahren) offenbart wurde. Der Koran, der heute 114 Suren (Kapitel) und weit über 6000 Verse umfasst, ist aber nicht als Ganzes, sondern in einem Zeitraum von 23 Jahren Stück für Stück Muhammad geoffenbart worden. Daher teilt man die Suren des Korans auch in mekkanische, bzw. medinensische Suren ein, je nachdem wann und wo die Verse der Sure geoffenbart wurden.

Verse in Reimprosa

Wenn man den Koran liest oder lesen möchte, sollte das am besten in seiner Originalsprache geschehen und dies aus gutem Grund: Die Verse des Korans sind nämlich in Reimprosa, d.h., dass sie sowohl prosaischer als auch poetischer Natur sind. Es ist diese Mischung aus beidem, die den sonderbaren Charakter des Korans ausmacht, welcher sich dem Leser ohne jegliche Kenntnisse der arabischen Sprache jedoch leider nicht erschließt. Dies ist schade, denn wenn man den Koran auf Deutsch liest, entgehen einem der gewisse Charme und die starke arabische Ausdruckskraft des Korans. Selbst Goethe, der selber zwar nur eine deutsche Übersetzung las, sagte sowohl über die Komposition der prosaischen und poetischen Verse als auch zum Inhalt des Korans folgendes:

Der Stil des Korans ist seinem Inhalt und Zweck gemäß streng, groß, furchtbar, stellenweise wahrhaft erhaben; so treibt ein Keil den anderen, und darf sich über die große Wirksamkeit des Buches niemand verwundern.

In der islamischen Geschichte waren es aber nicht nur die Muslime und Goethe, die den besonderen Charakter des Korans hervorhoben. Selbst viele der ärgsten Feinde Muhammads, die zwar nicht glaubten, dass der Koran göttlichen Ursprungs sei, waren dennoch vom Koran beeindruckt. Über sie berichtet der Koran in Sure 29 Vers 5:

[...]. Vielmehr sagen sie: „(Das ist) ein Bündel von wirren Träumen. Nein! Vielmehr hat er ihn ersonnen. Nein! Vielmehr ist er ein Dichter. [...].“

Mit „sie“ sind die heidnischen Mekkaner und Feinde Muhammads, mit „er“ ist Muhammad und mit „ihn“ der Koran gemeint.

Die Koranrezitation

Der Koran ist sich seines ästhetischen Stils durchaus bewusst. Das Rezitieren des Korans geht nicht auf irgendwelche Leute erst nach dem Erscheinen des Islams, sondern auf eben jenen Koran zurück. In Sure 29 Vers 45 heißt es:

Verlies, was dir vom Buch (als Offenbarung) eingegeben wird, und verrichte das Gebet.

Der Koran beabsichtigte von Anfang an rezitiert und vorgetragen zu werden. Daher ist es kaum verwunderlich, dass im Laufe von 1400 Jahren das Rezitieren zu einer eigenständigen Kunst geworden ist, die je nach Land und Kulturkreis sogar verschieden ist. Arabische Rezitatoren haben z.B. eine andere Art und Weise, bzw. Technik den Koran zu rezitieren als türkische. Dadurch, dass der Koran innerhalb und außerhalb des Gebets rezitiert werden soll und somit einen Kommunikationskanal zwischen dem Menschen und Gott darstellt, hat es der Koran geschafft sich aktiv in das öffentliche, wie auch private Alltagsleben der Muslime einzubinden. Was das öffentliche Alltagsleben z.B. angeht, ist zu sagen, dass es heutzutage z.B. zur Selbstverständlichkeit geworden ist auf Hochzeiten oder sonstigen Feiern und Festen den Koran von professionellen Rezitatoren, den sogenannten „Qari“, vortragen zu lassen.

Aber nun zur wirklichen Rezitation: Bekommt man von der poetischen Seite des Korans wirklich nichts mit, wenn man kein Arabisch beherrscht? Um das Gegenteil zu beweisen, will ich euch anhand der ersten Sure des Korans zeigen, dass man eine Koranrezitation auch ohne Kenntnisse der arabischen Sprache genießen kann. Ich hoffe es gefällt euch und wünsche euch (nach so langem Lesen :) ) viel Spaß beim Lauschen:

Sure 1: Al Fatiha (Die Eröffnende)

Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen: (1:1)

(Alles) Lob gehört Gott, dem Herrn der Welten, (1:2)

dem Allerbarmer, dem Barmherzigen, (1:3)

dem Herrscher am Tag des Gerichts. (1:4)

Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. (1:5)

Leite uns den geraden Weg, (1:6)

den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden! (1:7)

Zum Schluss noch eine Rezitation des berühmtesten, wenn auch leider schon verstorbenen ägyptischen Qari: Abdul Baset Abdul Samad. Rezitiert wird hier die Sure Al Shams (Die Sonne):

Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Bei der Sonne und ihrer Morgenhelle [91:1]

und dem Mond, wenn er ihr folgt, [91:2]

und dem Tag, wenn er sie erscheinen läßt, [91:3]

und der Nacht, wenn sie sie überdeckt, [91:4]

und dem Himmel und Dem, Der ihn aufgebaut hat, [91:5]

und der Erde und Dem, Der sie ausgebreitet hat, [91:6]

und einer (jeden) Seele und Dem, Der sie zurechtgeformt hat [91:7]

und ihr dann ihre Sittenlosigkeit und ihre Gottesfurcht eingegeben hat! [91:8]


Hi everybody,

as some of you might probably know I’m not a really big fan of German comedy. I’ve got to admit though that I once liked it, but now I get the feeling that, especially over last few years, German comedy has consistently become quite repetitive and boring. Guys like Oliver Pocher, Appelt or Rüdiger Hoffmann just don’t have as much to offer as their American and British fellows. Here, for example, is a British comedy show that i truly enjoy. It’s called „The Chaser’s War on Everything“. Just to give you a sneek peek of what it’s about:

Hallo Leute,

wenn ich Vorbilder habe, dann ist einer davon auf jeden Fall der wichtigste Dichter der deutschen Aufklärung: Gotthold Ephraim Lessing. Meine tiefe Begeisterung für diesen Mann entwickelte sich vor ungefähr zwei Jahren, als ich im Grundkurs Deutsch „Nathan, der Weise“ lesen durfte. Ich war sehr angetan von Lessings Umgang mit den beiden anderen Weltreligionen (nämlich Judentum und Islam) und davon, dass er vor 200 Jahren in einer vom Christentum dominierten Gesellschaft den Mut aufbrachte gegen Vorurteile vorzugehen und Selbstkritik zu fordern. Selbst wenn das, was er zu erreichen suchte, von einigen als „zu viel verlangt“ und wiederum von vielen als „blinder Optimismus“ abgespempelt worden war, war diesem deutschen Dichter dennoch bewusst: Eine Alternative zum friedlichen Zusammenleben gibt es nicht. Aufgeschlossenheit und Toleranz muss der Maßstab für jedes Zusammenleben sein und mit „Toleranz“ meinte Lessing sicherlich nicht nur ein bloßes „Dulden“, sondern auch „Anerkennung“. Letzteres gilt sowohl für den Umgang der Christen mit den Muslimen, als auch umgekehrt.

Ich war echt neugierig als ich herausfand, dass vom 24. Januar 2010 bis zum 7. Februar 2010 die sogenannten „Lessingtage“ erstmals in Hamburg abgehalten werden. Mich persönlich wird es an zwei Tagen in das Thalia Theater ziehen: Einmal am 30. Januar zu „Lange Nacht der Weltreligionen Judentum – Christentum – Islam“ und ein anderes Mal am 6. Februar zur „Nathan“-Aufführung Claus Peymanns, über die ich zwar viel Negatives gehört habe, von der ich mir aber mein eigenes Bild machen möchte. Im Anschluss an die Aufführung findet sogar ein Publikumsgespräch statt.

Ich hoffe, dass diese Tage von großem Nutzen sein werden. Gerade in einer Zeit von Kirchenschwund und Minarettverboten könnten wir, so glaube ich, alle ein bisschen mehr Lessing und Toleranz gebrauchen.

Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Lebensweise bestimmt. Und wenn Gott gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum wetteifert um die gottgefällig guten Taten. Zu Gott werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret. (Koran 5:48)

Es strebe jeder um die Wette,
Die Kraft des Steins in seinem Ring’ an Tag
Zu legen! komme dieser Kraft mit Sanftmut,
Mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun,
Mit innigster Ergebenheit in Gott,
Zu Hülf! Und wenn sich dann der Steine Kraft
Bei euern Kindes- Kindeskindern äußern:
So lad’ ich über tausend tausend Jahre,
Sie wiederum vor diesen Stuhl. Da wird
Ein weisrer Mann auf diesem Stuhle sitzen,
Als ich; und sprechen.

(Richterspruch: Nathan, der Weise)

Ich wünsche allen Leuten ein frohes neues Jahr, einen guten Rutsch, viel Glück und Gottes Segen!

Ömer Yildiz

Hallo Leute,

mit dieser provokanten These als Überschrift möchte ich meinen Artikel einleiten. „Warum so plakativ?“, fragen sich bestimmt einige an dieser Stelle. Ganz einfach: Seit Thilo Sarrazins „Tabubruch“ wissen wir ja alle, dass man bestimmte Gruppen erst beleidigen muss, bevor man auf Missstände hinweisen kann. Und diesem Beispiel wollte ich nun folgen. Aber um ehrlich zu sein: Im Inneren meines Herzen glaube ich langsam wirklich, dass die Befürworter des schweizer Referendums dumm sind. Seit die Debatte um das Verbot von Minaretten begonnen hat, habe ich nicht ein einziges, vernünftiges Argument für ein Verbot zu sehen oder hören bekommen. Selbst wenn man gutgläubig versucht in den Argumenten wenigstens ein Fünkchen Wahrheit zu erkennen, wird man beim besten Willen nicht fündig. Im Folgenden habe ich die Argumente der Befürworter des Referendums einzelnd aufgelistet und kommentiert:

1. Argument: Minarette stellen keine Notwendigkeit dar und sind deshalb ausschließlich Instrumente islamistischer Machtdemonstration.

Dass Minarette selbst aus islamischer Sicht keine Pflicht sind und nicht einmal im Koran erwähnt werden, stimmt zwar, heißt das aber, dass man sie nun verbieten soll, bzw. muss? Minarette sind seit mehr als 1000 Jahren architektonischer Bestandteil einer Moschee und somit Tradition. Selbst in arabischen Ländern, wo der Islam vorherrschend ist und Machtdemonstrationen unnötig sind, werden Moscheen ohne jeglichen Hintergedanken mit Minaretten versehen. Das Minarett ist einfach der Ausdruck des Glaubens. Indem man nun also das Minarett verbietet, diskriminiert man alle die sich damit identifizieren. Man unterstellt allen islamistische und terroristische Intentionen.

Außerdem lehrt uns die Logik, dass wenn ein Minarett Ausdruck islamistischer Macht und gleichzeitig ein Turm ist, dann sind alle Türme Ausdruck einer Macht. Dann sind folglich auch Kirchtürme fortwährend als Machtdemonstration des Papstes zu verstehen (für alle, die zurück ins Mittelalter wollen, Grund zum Jubel also). Desweiteren gibt es in der Schweiz bislang nur vier Minarette! Das soll Macht demonstrieren? Klingt eher, als ob eine Mehrheit in der Schweiz unter Minderwertigkeitskomplexen leidet, sich deshalb bedroht fühlt und deswegen Minderheiten ausgrenzen möchte.

Ist Leuten, die so argumentieren, eigentlich schon einmal in den Sinn gekommen, dass das Minarett auch als Dank an die Mehrheitsgesellschaft und als Zeichen der Achtung der Muslime vor der Schweiz verstanden werden kann, da diese den Muslimen ermöglicht ihren Glauben auszuüben?

2. Argument: Aber Muslime können ja weiterhin ihren Glauben ausüben! Die Religionsfreiheit wurde also ganz und gar nicht eingeschränkt.

Und wie sie das wurde! Zur Religionsfreiheit gehört auch, dass man seine Gotteshäuser so gestaltet wie man es selbst möchte. Hier hat ein großer Einschnitt in ein Grundrecht stattgefunden!

3. Argument: Der Islam ist aber eigentlich keine Religion. Er ist eine Ideologie, weil er tief in das politische System und das gesellschaftliche Leben eingreift. Das Minarett ist also doch ein politisches Symbol, das es zu verbieten gilt.

Die Naivität solcher Menschen wird nur noch von der Dummheit einiger und der Unkenntnis vieler übertroffen! Dass Religionen einen Effekt auf die Gesellschaft ausüben und dazu eine politische Ebene und Dimension besitzen, ist doch nichts Neues! Das Christentum hat in Europa seit eh und je das gesellschaftliche Leben und den politischen Kurs bestimmt und tut es in Amerika, Lateinamerika und Italien zum Beispiel immer noch sehr stark! In Deutschland heißt die mitgliedsstärkste Partei „Christlich“ Deutsche Union. Religion und Politik (das schließt Islam und Demokratie mit ein) widersprechen sich also nicht, sondern können mit- und untereinaner agieren.

4. Argument: Ja, Europa ist christlich! Und das soll auch so bleiben!

Da muss ich leider widersprechen! Europa versteht sich selbst schon längst nicht mehr als christlich (höchstens vielleicht christlich „geprägt“). Sämtliche Staaten der EU bekennen sich ausschließlich zur Demokratie, d.h. Religionsfreiheit und die Gleichberechtigung aller Religionen.

Außerdem ist ein Land nur so lange christlich (wenn man das überhaupt so bezeichnen kann), wie es christliche Einwohner hat. Was können Muslime dafür, dass die Zahl der Christen in Europa eher abnimmt? Komisch ist darüber hinaus auch, dass man dieses Argument eher selten von Christen bekommt! Wie die Initiatoren des schweizer Volkentscheids, sind es mehrheitlich Konfessionslose, die dieses Argument anführen. Dies ist zum einen auf eine Identitätskrise und zum anderen auf das Feindbild Islam zurückzuführen, das seit dem 11. Seiptember umso heftiger geschürt wird. Die Identitätslosigkeit wird durch einen Sündenbock (in diesem Falle der Islam) kompensiert, auf das man sich konzentrieren kann.

5. Argument: Die Mehrheit hat auf legalem Weg so abgestimmt und basta! Akzeptiert es!

Hitler ist auch auf legalem Weg an die Macht gekommen. Die Mehrheit wählte die NSDAP. Was die meisten denken, muss nicht richtig sein. Ich wundere mich immer aufs Neue über die Verstandlosigkeit einiger Menschen.

6. Argument: OK, die Entscheidung war nicht richtig, trotzdem sollte man die Ängste der Mehrheitsgesellschaft ernst nehmen und die Wünsche berücksichtigen.

Ich nenne dieses Argument das „Bosbach’sche Argument“. Die unbegründeten Ängste der Mehrheitsgesellschaft ernst nehmen? Was ist mit meinen Ängsten? Ich als Muslim kurdischer Abstammung gehöre zur Minderheit. Was ist mit meinen Ängsten? Sollte eine Demokratie nicht Minderheiten (Muslime, Juden, Homosexuelle, etc.) schützen und Ängste und Vorurteile gegenüber solchen eher abbauen?

7. Argument: Weswegen sollten wir aber den Bau von Minaretten erlauben, während Gleiches für Christen in islamischen Ländern untersagt ist?

Wenn wir als demokratische Gesellschaft moralische Überlegenheit beanspruchen, dürfen wir uns nicht an den Fehlern anderer Länder orientieren.

8. Argument: Aber ein Minarett passt doch nun gar nicht in das abendländische Städtebild!

Und Fußballstadien und Bordelle schon? Außerdem kann man auch Minarette so gestalten, dass sie ins Städtebild passen.

9. Argument: Aber weswegen gleich Minarette? Könnten die Muslime nicht wie bislang darauf verzichten? Diesen Anspruch erheben sie doch erst seit Neuestem.

Warum sollten wir? Was stört euch daran, dass wir Minarette bauen? Mir wird aber schnell klar weswegen (s.o.). Trotzdem ist eines aber lustig: Einerseits wirft man Muslimen vor, sie würden sich ausgrenzen und Parallelgesellschaften bilden und andereseits, wenn diese sich in der Gesellschaft zeigen möchten, möchte man sie am liebsten zurück in die industriellen Hinterhof-Moscheen und Terrorschmieden schicken. Kann man sich nicht ‘mal entscheiden? Nein! Man möchte es nicht! Eine Gesellschaft, die keine Identität hat und durch den Islam eingeschüchtert ist, braucht diesen um auf ihn herumzutrampeln und um die eigenen Komplexe zu kompensieren.

Abschließendes

Jeder rational denkende Mensch sollte erkennen, wie im wahrsten Sinne des Wortes hohl diese Argumente sind. Ich muss sagen, dass zunächst selbst mein Glauben in die menschliche Vernunft sichtlich erschüttert war, allein aus dem Grund, dass im Herzen des Heimatlandes der Aufklärung (nämlich in Europa) solch ein rassistisches Unternehmen gelingen konnte. Das beweist lediglich, dass das Feindbild Islam sich längst gefestig hat und islamfeindliche Ressentiments Einzug in die Mitte der Gesellschaft gefunden haben und längst kein rechtsextremistisches Phänomen sind. Danke Sehr.

Religious Fundamentalism

Why has religious fundamentalism become so appealing? This question, at first sight, might be of no importance to many people, because it deals with a topic which is in its manifestations as well as in the opinions about it as diverse and barely comprehensible as it can be: religion. In its nearly thousands of years of existence mankind has continually been accompanied by religion. The belief in a higher being is deeply rooted in the human conviction and this particular conviction was therefore destined to be subject to a lot of misinterpretation and often even abuse. It’s no wonder then that religion, especially in the last two hundred years, was consistently criticized for supposedly restricting people to search and strive for knowledge and being intolerant, barbaric, illusion, fantasy: a tool to keep the dumb and naive population under control and ensure the rule of certain individuals or a certain class. Later religion was even held responsible for all the prior and current injustice, so that it had become a thing to cast away and leave behind. Religion was conceived as distraction, a lie: the „opium“of the people as Karl Marx put it.

How did this negative reception come about? It was due to a misunderstanding of Enlightenment: Whereas German Enlightenment philosophers such as Lessing, who by the way is my absolute role model, stressed the fact that enlightenment has nothing to do with being atheist or denying the existence of God, but simply with freeing yourselves from the chains and dictation of „religious“ leaders, people confused dogmatism with religion and called it wrong and disproved. But I myself, as a very religious person, can say that religion isn’t like dogmatism at all; that religion isn’t about stoning adulterers or wearing a headscarf; or that it’s not about defending the men’s „sovereignty“ over women. No! Real religion has to do with upright and honest reflection on the world and the individuals that inhabit it. In that sense it means to draw on something that is larger than themselves, that gives them hope and inspires them to do their best to help make the world a better place. That is my theory as a Muslim. Besides that I want to make clear that it must not be the question, which religion was the right one, that should guide or minds and faith (as if the nature and existence of God or God himself was something bound to his own creation and natural laws and therefore able to be proven scientifically). This question of the existence and nature of God is rather a philosophical one (which does not mean that it isn’t reasonable).

But coming back to our question, why religious fundamentalism has become so appealing, it must be said that this (now that we have some background information) is a counter development to pluralism and the sheer variety of ideologies like social Darwinism or communism that were developed in an attempt to find something that could replace religion. Globalization of course was the factor that even accelerated his whole process and soon people were facing many lifestyles and philosophies to choose from. It’s just natural that people feel overwhelmed by that. But at this crucial point religious fundamentalism comes into play: It seems and usually claims to have the full answer to any kind of question. It’s the kind of straightforward thinking and strict dogmatism, hence extremism that many people find so appealing. In addition to that it claims to have the only truth and real conception of God. Furthermore it provides people with a new identity and a clear path which they say is „God’s path“.

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